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Vortrag bei der Winterschule für Felsmechanik und Geoengineering

Wir führen geotechnische Arbeiten in ganz Polen und Europa durch, unter anderen Slowakei, Tschechien, Österreich und Deutschland.

In diesem Jahr fand die 44. Ausgabe der Winterschule für Felsmechanik und Geoengineering statt. Diesmal ging es um die interdisziplinären Herausforderungen des modernen Geoengineerings. Zu den Konferenzteilnehmern gehören sowohl Vertreter aus dem akademischen Bereich als auch aus der Wirtschaft, die sich mit dem breiten Feld des Geoengineering befassen. In dieser Ausgabe wurde dem Tunnelbau besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Theorie und Praxis

Während der Konferenz sprach Mag. Ing. Konrad Klimkowski, CEO von Tergon, über die Erfahrungen im Tunnelbau. In dem Vortrag wurden exemplarische Lösungen und die daraus resultierenden Umsetzungsschwierigkeiten diskutiert – anhand von Notausgängen, die beim Bau des Świna-Tunnels in Świnoujście realisiert wurden, und den Tunnelanschlüssen, die beim Bau der Linie 2 der Warschauer U-Bahn entstanden sind.

Lesen Sie eine Zusammenfassung des Vortrags.

Einrichtung von Tunnelverbindungen und Notausgängen

Tunnelverbindungen und Notausgänge sind ein äußerst wichtiger Arbeitsbereich, der trotz seines geringen Anteils in der Regel zu den anspruchsvolleren Elementen von Tunnelprojekten gehört. Die zulässige Art und Lage der Notausstiege ist in der Verordnung des Ministers für Verkehr, Bauwesen und Seewirtschaft über die technischen Anforderungen an Straßenbauwerke genau festgelegt. Die Forderung nach Notausgängen, die nicht weiter als 500 m von den Tunneleingängen entfernt sein dürfen, macht es oft erforderlich, sie in Gebieten mit komplexen Boden- und Wasserverhältnissen anzulegen. Dies stellt Konstrukteure und Bauunternehmer vor zahlreiche Probleme, die es zu lösen gilt, um die Sicherheit der künftigen Nutzer zu gewährleisten.

Verfügbare Technologien für Tunnelarbeiten

Die derzeit verfügbaren Technologien ermöglichen eine wirksame Bewältigung der Schwierigkeiten, beseitigen aber nicht vollständig das erhebliche Risiko, das in der Ausführungsphase besteht.

Świna-Tunnel – Bau von Notausgängen

In einem mit einer TBM aufgefahrenen und mit Betonringen ummantelten Tunnel unter dem Fluss Świna waren zwei Notausgänge vorgeschrieben. Bei der Planung war vorgesehen, den Fluchtweg in einem abgedichteten Korridor aus Stahlbetonfertigteilen unter der Fahrbahnplatte zu führen. Die außergewöhnliche Komplexität der Arbeiten bei diesem Bauvorhaben war darauf zurückzuführen, dass sie in gefrorenem Boden durchgeführt werden mussten. Das Einfrieren dauerte etwa 60 Tage, und die Garantie für die Aufrechterhaltung geeigneter Bedingungen betrug genau 14 Tage. Jede Verzögerung hätte zu Tauwetter und damit zu gefährlichen Erdrutschen und Überflutungen des Tunnels führen können.

U-Bahn-Tunnel – Bau von Tunnelverbindungen

Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Forderung nach Notausgängen erfüllt werden kann, ist der Bau von Verbindungen in zweispurigen Tunneln. Kreuzungen dieser Art wurden beispielsweise beim Bau der Linie 2 der Warschauer U-Bahn realisiert. Der Ausführung ging eine Bodenverbesserung mittels Düsenstrahltechnik voraus. Die anschließenden Arbeiten umfassten die Verstärkung der Haupttunnelröhre mit Stahlringen, das Bohren von Löchern in der Tunnelröhre, den Aushub in zementstabilisiertem Boden mit fortschreitender Verstärkung des Verbindungsstücks mit Stahlrahmen und Spritzbeton-Vorsatzschale, die Abdichtung und den Stahlbetonbau.

Der Tunnelbau ist ein äußerst interessanter und sich ständig weiterentwickelnder Bereich, der einen besonderen Ansatz und ein hohes Maß an Spezialisierung bei der Planung und Ausführung erfordert.